Das Streetspotr-ABC

Das Streetspotr-ABC


Liebe Spotr,

heute möchten wir euch einige Grundbegriffe, die in unseren Spots häufig vorkommen, erklären und auf einige typischen Spotr-Probleme eingehen. Eine Kurzzusammenfassung aller Begriffe findet ihr hier.

1. Allgemeines zu Produktregalen
1.1 Regalmeter
Als erstes gehen wir kurz auf Produktregale, mit denen wir uns bei Streetspotr häufig befassen, ein. Oftmals sind Übersichtsaufnahmen (s. Abschnitt 3.1) von kompletten Regalen verlangt. Hierbei hilft uns die Maßeinheit Regalmeter weiter. Wie der Name schon vermuten lässt, entspricht ein Regalmeter genau einem Meter Lagerfläche und ist optisch sehr leicht zu erkennen (siehe Abb. 1.1). Alle Regale sind in Regalmeter unterteilt. das macht es für uns etwas einfacher. Bitte achtet bei Übersichtsaufnahmen immer darauf, dass genau ein kompletter Regalmeter pro Bild zu sehen ist. Mehr Tipps dazu findet ihr im nächsten Abschnitt.

Abb._1.1_Regalmeter[1]

Abb. 1.1: Übersichtsaufnahme eines Regalmeters

1.2 Facing
Mit dem Begriff Facing („Frontstücke“) wird die Anzahl der frontal sichtbaren Artikel im Regal bezeichnet. Die Artikel können dabei nebeneinander oder übereinander gestapelt liegen. Abb. 1.2 zeigt, dass ein Produkt dafür nicht ganz vorne stehen muss, es muss nur von vorne zu sehen sein (dahinterliegende Produkte sind für die Zählung irrelevant). Abb. 1.2 zeigt die Anzahl der Facings der Alpenvollmilch-Schokolade (Traube-Nuss), der „Big Hits“ und der Schokoküsse .

Abb. 1.2 Facings von verschiedensten Produkten

Abb. 1.2: Facings von verschiedensten Produkten

Damit die Artikel, die man von vorne sieht, auch nachvollziehbar gezählt werden können, benötigen wir frontale Übersichtsaufnahmen von Regalen! Abb. 1.3. zeigt dasselbe Regal von der Seite fotografiert. Ein weiteres Problem in diesem Fall ist, dass so auch unklar ist, wo das Regal auf der rechten Seite aufhört.

Abb._1.3_Schlechte_Übersichtsaufnahme[1]

Abb. 1.3: Klassisches Beispiel einer schlechten Übersichtsaufnahme

1. 3 Regalzonen
Regale lassen sich anhand von Artikelplatzierungen in unterschiedliche Bereiche einteilen. Nicht alle Artikel werden sofort vom Kunden gesehen und besitzen daher nicht alle die gleiche Wertigkeit. Produkte, die gleich ins Auge springen, werden am ehesten spontan gekauft. Diesen besonders interessanten Bereich nennt man die „Blick-“ oder „Sichtzone„. Ein Regal lässt sich vertikal in vier verschiedene Regalzonen einteilen. Diese sind in Abb. 1.4 illustriert: Die Reckzone (ab 160 cm), die Sichtzone (120-160 cm), die Greifzone (80-120 cm) und die Bückzone (unter 80 cm).

Abb._1.4_Regalzonen[1]

Abb. 1.4: Einteilung eines Regals in vertikale Regalzonen

Die Einteilung erfolgt nach Maßstab eines Erwachsenen. In unseren Spots fragen wir beispielsweise des Öfteren danach, ob sich bestimmte Produkte auf Augenhöhe befinden. Hier ist dann die Sichtzone gefragt; der obere und der untere Teil des Regals gehören nicht dazu.

1.4 Out of Stock-Situationen
Als Regallücke (eng. Out of Stock, kurz OoS) versteht man einen Regalplatz, der nicht mehr mit dem vorgesehenen Artikel befüllt ist. OoS-Situationen können verschiedene (z.B. logistische) Ursachen haben und sind grundsätzlich negativ zu bewerten. Streetspotr überprüft und dokumentiert daher Regallücken verschiedenster Warengruppen. Abb. 1.5 zeigt einige OoS-Situationen unterschiedlicher Fruchtgummi-Waren.

Abb._1.5_OOS-Situation[1]

Abb. 1.5: Typische OoS-Situation beim Fruchtgummi-Regal, die Regallücken sind grau markiert

Man beachte: Obwohl auf dem ersten Regalboden keine sichtbare Regallücke zu sehen ist, handelt es sich hierbei um eine Out of Stock-Situation. Die losen Fruchtgummi-Verpackungen zwischen den Kartons liegen dort zufällig und wahllos. Die gesuchten Produkte von Haribo sind dagegen vergriffen und es fehlt der Original-Karton von Haribo, daher wird auch dies als OoS gewertet. Insgesamt sind sieben Regallücken auf dem Bild zu sehen.

Wichtig ist, dass bei jeder OoS-Situation Preisschilder leserlich abfotografiert werden, damit nachvollziehbar ist, bei welchem Produkt eine Regallücke vorliegt. Am besten wäre es daher pro Regallücke zusätzlich eine Nahaufnahme (s. Abschnitt 3.3) samt Preisschild zu erstellen.

1.4.1 Sonderfall: Phantom-OoS
Phantom-OoS bezeichnet Situationen, bei denen ein Artikel zwar noch im Laden verfügbar ist, sich aber am falschen Regalplatz befindet und daher vom Kunden fälschlicherweise als OoS-Situation wahrgenommen wird. Ideal wäre es daher, auch die Preisschilder der gesuchten Produkte zu überprüfen. Abb. 1.6 stellt den Sonderfall „Phantom-OoS“ anhand der Haribo Minigoldbären dar. Laut Preisschild sollten sich dort Dosen der Haribo Kiss-Cola befinden.

Abb._1.6_Phantom-OOS[1]

Abb. 1.6: Phantom-OoS

2. Stamm- und Zweitplatzierungen

2.1 Begriffserklärung
Als Stamm- oder Erstplatzierung bezeichnet man den normalen Regalplatz eines Artikels (s. Abb. 1.5). Als Zweitplatzierung versteht man jede zusätzliche Sonderplatzierung außerhalb der regulären Regalplatzierung. Zweitplatzierungen sind oftmals auf Displays (verkaufsfördernde Warenträger) arrangiert, daher ist der Begriff „Facing“ für Zweitplatzierungen nicht anwendbar. Displays bestehen i.d.R. aus Holz, Kunststoff, Metall oder Pappe.

2.2 Zweitplatzierungsdisplays
Grundsätzlich sollten bei Spots, die nach Zweitplatzierungen fragen, alle Arten von Wartenträgern (Displays) außerhalb der Stammplatzierungen erfasst werden. Zweitplatzierungsdisplays können die unterschiedlichsten Formen und Größen aufweisen. So gibt es Bodenaufsteller, Metallwand-Platzierungen, Regalschütten, Thekendisplays, Gondelkopf-Platzierungen (Platzierung am Kopf einer Regalreihe), u.v.m. Im Folgenden einige exemplarische Beispiele für Zweitdisplays.

Abb._1.7_Zweitplatzierung[1]

Abb. 1.7: Bodenaufsteller

Abb._1.8_Zweitplatzierung[1]

Abb. 1.8: Gondelkopf-Platzierung

Abb._1.9_Zweitplatzierung[1]

Abb. 1.9: Metallwand-Platzierung

Abb._1.10_Körbe[1]

Abb. 1.10: Zweitplatzierungen in Körben

Abb._1.11_Kassendisplay[1]

Abb. 1.11: Kassendisplay

Abb._1.12_Zweitplatzierung[1]

Abb. 1.12: Weitere Bodenaufsteller

Abb._1.15__Zweitplatzierung[1]

Abb. 1.13: Weitere Bodenaufsteller

Abb._1.16___Zweitplatzierung[1]

Abb. 1.14: Weitere Bodenaufsteller

Abb._1.13__Zweitplatzierung[1]

Abb. 1.15: Weitere Bodenaufsteller

Abb._1.14__Zweitplatzierung[1]

Abb. 1.16: Weitere Bodenaufsteller

Abb._1.17_Red_Bull_Display[1]

Abb. 1.17: Weitere Bodenaufsteller

2.3 Zweitplatzierungen richtig zählen mithilfe von CHEP-Paletten
Sämtliche Zweitplatzierungen im Markt zu erfassen ist aber nur die halbe Miete. Oft müssen die Zweitplatzierungen auch gezählt werden. In Abb. 1.13 wird die Zweitplatzierung von M&Ms vollständig erfasst. Wie viele Zweitplatzierungen sind das aber jetzt? Sind alle M&M-Verpackungen einzeln zu zählen? Oder ist die Platzierung doch als Ganzes zu werten?

Abb._1.15__Zweitplatzierung[1]

(wh) Abb. 1.13: Zweitplatzierung von M&M’s

Hier helfen uns die Paletten, auf denen (beinahe) alle Zweitplatzierungen präsentiert werden. Diese Paletten stammen vom weltweit größten Anbieter „CHEP“. Daher spricht man in diesem Zusammenhang auch häufig von CHEP-Paletten. Da alle CHEP-(Europool)Paletten eine genormte Größe besitzen (400x600m) bezeichnet man diese auch als 1/4 CHEP-Paletten. Vereinfacht kann man also sagen, dass eine Palette der Einheit 1/4 CHEP. In Abb. 1.13 sind drei Paletten zu sehen. Das entspricht also 1/4 + 1/4 + 1/4 = 3/4 CHEPs. Die Zweitplatzierungen der M&M-Verpackungen sind somit 3 x 1/4 CHEP.

Das klingt jetzt komplizierter als es ist. Alles was ihr euch merken müsst ist dir Regel „1 Palette = 1/4 CHEP„.

Hier ein weiteres Beispiel:

Abb._1.16___Zweitplatzierung[1]

(wh) Abb. 1.14: Zweitplatzierung von PiCK-UP

In Abb. 1.14 sind 6 CHEP-Paletten (Achtung: 3 vorne, 3 hinten) unter den „PiCK-UP“-Produkten zu sehen, daher wäre hier die korrekte Anzahl der „PiCK-UP“-Zweitplatzierungen 6/4 CHEP. Bei mehreren Zweitdisplays müssen die CHEPS einzeln aufaddiert werden.

3. Qualitativ hochwertige Fotos

Als Spotr bist du häufig damit beschäftigt Bilder zu erstellen! Hier erklären wir kurz, welche Unterschiede es bei den geforderten Fotos gibt und worauf du hierbei achten solltest.

3.1. Übersichtsaufnahmen
Eine Übersichtsaufnahme ist ein Foto mit einem Mindestabstand von ca. 1-2m, welches das gesuchte Display oder Regal samt seiner Umgebung vollständig zeigt. Bitte achtet darauf, dass wirklich alle Produkte eines Displays oder Regals zu sehen sind. Wenn eine Übersichtsaufnahme eines Regals verlangt wird, muss das gesuchte Regal in seiner Höhe und Breite vollständig erfasst werden – inklusive aller Produkte. Die Preisschilder müssen – sofern nicht anders verlangt – normalerweise nicht leserlich sein. Am besten werden Übersichtsaufnahmen immer pro Regalmeter aufgenommen. Abb. 1.18 zeigt ein Beispiel für eine gute Übersichtsaufnahme eines Regals.

Abb._1.18_Übersichtsaufnahme[1]

Abb. 1.18: Übersichtsaufnahme eines Regals

3.2 Problemstellung: Zu schmale Regalgänge
Grundsätzlich sollten komplette Regale pro Regalmeter abfotografiert werden. Es kann allerdings vorkommen, dass aufgrund der engen Regalgänge ein Regalmeter nicht vollständig auf ein Bild passt. In diesem Fall bieten sich zwei Möglichkeiten an:

1) Es werden zwei schräge Übersichtsaufnahmen von beiden Seiten erstellt (siehe Abb. 1.19 & Abb. 1.20)

2) Man teilt jeden Regalmeter in eine obere und eine untere Hälfte auf (siehe Abb. 1.21 – Abb. 1.23)

Abb._1.19__Schräge_Übersichtsaufnahme[1]

Abb. 1.19: Schräge Übersichtsaufnahme einer kompletten Regalabteilung (i)

Abb._1.20_Schräge_Übersichtsaufnahme[1]

Abb. 1.20: Schräge Übersichtsaufnahme einer kompletten Regalabteilung (ii)

Der Ablichtungswinkel sollte nicht zu sehr von dem einer frontalen Übersichtsaufnahme abweichen. Außerdem sollten solche Bilder am besten immer im Querformat gemacht werden.

Abb. 1.20 zeigt einen Nachteil dieser Vorangehensweise: Ein zu scharf gewählter Winkel erschwert die Auswertung.

Eleganter, aber auch zeitaufwändiger, ist daher der zweite Lösungsansatz. Einen Regalmeter in eine obere und eine untere Hälfte aufzuteilen ist erfahrungsgemäß weniger anfällig für Ablehnunge. Abb. 1.21 zeigt ein Wurst-Regal und Abb. 1.22-1.23 die entsprechende Aufteilung.

Abb._1.21_Wurstregal_(vollständig[1]

Abb. 1.21: Vollständiges Wurst-Regal (leicht schräg abfotografiert)

Abb._1.22_Obere_Hälfte_(Regal)[1]

Abb. 1.22: Obere Hälfte des Wurst-Regals

Abb._1.23_Untere_Hälfte_(Regal)[1]

Abb. 1.23: Untere Hälfte des Wurst-Regals

Bitte vermeidet unbedingt chaotische Bilder, die mitten in einem Regal anfangen statt vom Regalanfang oder Regalende. Eine Aufteilung der Regale nach eigenen Maßstäben, zu schräge Ablichtungswinkel, Fotos von Regalen, die in ihrer Höhe nicht vollständig erfasst wurden und ähnliche Fällen sollten auch vermieden werden. Am besten, ihr überprüft und kontrolliert die Bilder vor Ort noch einmal. Sicherheitshalber könnt ihr auch mehrere Bilder als nötig erstellen. Dadurch ist die Gefahr einer Ablehnung deutlich geringer.

Abb. 1.24-1.27 zeigen Beispiele für schlechte Übersichtsaufnahmen des kompletten Ketchup-Regals. Die Herausforderung für alle: Wie viele Facings an Ketchup-Flaschen von Heinz sind auf den Bildern insgesamt zu sehen?

Abb._1.24_Heinz[1]

Abb. 1.24: Schlechte Übersichtsaufnahmen (Einteilung unklar)

Abb._1.25_Heinz_(2)[1]

Abb. 1.25: Schlechte Übersichtsaufnahmen (Einteilung unklar)

Abb._1.26_Heinz_(3)[1]

Abb. 1.26: Schlechte Übersichtsaufnahmen (Einteilung unklar)

Abb._1.27_Heinz_(4)[1]

Abb. 1.27: Schlechte Übersichtsaufnahmen (verwackeltes Bild, linke Seite fehlt)

3.3 Nahaufnahmen
Eine Nahaufnahme ist ein Foto, das aus kurzer Distanz erstellt wurde und das gesuchte Objekt (Display, Produkt, Tankstelle, etc.) inkl. seiner näheren Umgebung zeigt. Achtet bitte bei Nahaufnahmen von Waren ist darauf, dass das Preisschild gut zu erkennen ist. Abb. 1.28 zeigt eine Nahaufnahme der „Grünländer“ Käsesorten.

Abb._1.28_Nahaufnahme[1]

Abb. 1.28: Beispiel einer Nahaufnahme

4. Spotbeschreibung gründlich lesen!
Der wichtigste Tipp zum Schluss: 90% aller Ablehnungen lassen sich vermeiden, indem der Spottext gründlich gelesen wird. Da wir die Ergebnisse von abgelehnten Spots verwerfen, ist es für beide Seiten ein unnötiger Mehraufwand. Bei Problemen oder Fragen zur Spotausführung könnt ihr dem Support schreiben oder unsere StreetNews nutzen!

Wir hoffen, dass wir mit diesem Blog einige Unklarheiten beseitigen konnten und freuen uns auf viele weitere tolle Ergebnisse von euch!

Liebe Grüße,
Euer Streetspotr-Team


Verwendete Quellen:
https://logistikknowhow.com/regalzonen-ubersicht/

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